Das Bad · Kurplatz 3, Baden

Ein bebadbares Kulturerbe.

Im erstgenannten Badener Badegasthaus (um 1299) entsteht wieder ein Thermalbad: vier warme Becken mit naturbelassenem Thermalwasser, ein kleines Bistro, eine Bühne und eine Bäder-Mediathek. Ein Ort, an dem 2000 Jahre Badekultur, Gemeinschaft und Kunst zusammenkommen. Nach der Wiedereröffnung wird der Raben das älteste öffentliche Thermalbad der Schweiz sein.

Die Vision

Baden, Geschichte und Kultur — unter einem Dach.

Das Bad zum Raben ruht auf drei Pfeilern, die sich gegenseitig tragen und zusammen einen in der Schweiz einzigartigen Ort ergeben.

  1. 1

    Im Thermalwasser treffen

    Ein einfaches, niederschwelliges Angebot mit Gastronomie und möglichst hindernisfreiem Zugang zu naturbelassenem Thermalwasser — der Raben wird wieder zum lebhaften Ort des gemeinsamen Thermalbadens, der Entspannung und der Zugehörigkeit.

  2. 2

    Badekultur neu entdecken

    Von der Quelle bis zum Fluss wird das historische Wassersystem erlebbar. Führungen, eine Bäder-Mediathek und eine Ausstellung tragen das Wissen um Badens jahrtausendealte Badekultur in die Öffentlichkeit.

  3. 3

    Kunst und Kultur erleben

    Wechselausstellungen, Konzerte, Lesungen und Performances an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft — im eigenen Ausstellungsraum und im Kulturbad mit Bühne.

Das Wasser

Von der Quelle bis zum Fluss.

Das Thermalwasser des Rabens stammt aus der Quelle «Grosser Heisser Stein» am Kurplatz — mit rund 47 °C sprudelt es natürlich aus dem Boden. Zum Badegeschoss gehört ein historisches Nutzungsrecht von 35–40 Litern pro Minute sowie ein Reservoir von rund 35 000 Litern.

Als schweizweit erstes Thermalbad wird der Raben nach dem Umbau sein Wasser rein biologisch-physikalisch aufbereiten — ganz ohne chemische Zusätze. Die Abwärme des gebrauchten Thermalwassers erwärmt Duschwasser und Böden, bevor es zurück in die Limmat fliesst.

47 °C
sprudelt die Quelle «Grosser Heisser Stein» aus dem Boden
39'000 Liter
fasst das historische Thermalwasser-Reservoir. Damit können die Bäder im Raben künftig 8 bis 8 Stunden pro Tag betrieben werden.
Null
chemische Zusätze — naturbelassenes, mineralreiches Thermalwasser
~50'000 l/Tag
frisches Thermalwasser (Quellanteil Bad zum Raben am "Heissen Stein": 27,2%)
Versteckt hinter dicken Mauern: das rund 35 000 Liter fassende Thermalwasser-Reservoir.
Versteckt hinter dicken Mauern: das rund 35 000 Liter fassende Thermalwasser-Reservoir.

Becken & Räume

Vier warme Becken, ein Kaltbad — und ein freigelegtes Original.

Das Badegeschoss gliedert sich in drei Zonen: Empfang und Bistro im ehemaligen Lichthof, den Badbereich mit Garderoben und Duschen sowie die Badezonen mit den Becken. Rund 40 Badegäste finden Platz — angelehnt an die Tradition der Gesellschaftsbäder der Renaissance.

Genossenschafter:innen legen 2024 das Becken aus der Belle Époque frei.
Genossenschafter:innen legen 2024 das Becken aus der Belle Époque frei.

Der ganze Grundriss — 17 Räume «von der Quelle bis zum Fluss»

  1. 1 Empfang und Foyer im früheren Lichthof
  2. 2 Bistro und Mediathek in der alten Dampfgrotte
  3. 3 Garderobe für Jacken und Schuhe
  4. 4 Umkleiden im Badbereich
  5. 5 Duschen mit Wärmerückgewinnung aus Thermalwasser
  6. 6 Geschlechtsneutrales WC
  7. 7 Hindernisfreie Garderobe mit WC und Dusche
  8. 8 Freigelegtes Belle-Époque-Becken (38 °C)
  9. 9 Kultur- und Kunsträume mit Bühnenbereich
  10. 10 Warmbad (38 °C), Sitzbecken mit Sitzstufen
  11. 11 Heissbad (41 °C)
  12. 12 Kalttauchbad (ca. 10–15 °C)
  13. 13 Warmbad «im Gewölb» (38 °C)
  14. 14 Reservoir mit rund 35'000 l Thermalwasser (45 °C)
  15. 15 Personalraum und Büro
  16. 16 Technik mit Lüftung und Wärmepumpe
  17. 17 Thermalquelle «Heisser Stein» (Anteil Raben 27,2 %)
Modellansicht des künftigen Bad zum Raben. Modell und Plan: Bauteam Raben und Adelina (Meier Leder Architekten, Baden) Foto: Christoph Lüber. . Zum Vergrössern anklicken.
Modellansicht des künftigen Bad zum Raben. Modell und Plan: Bauteam Raben und Adelina (Meier Leder Architekten, Baden) Foto: Christoph Lüber. . Zum Vergrössern anklicken.

360-Grad-Rundgang durch den Raben

Ein Blick in die Räume, wie sie sich im Jahr 2018 während der Zwischennutzung präsentierten: Zieh im Bild, um dich umzusehen, und wechsle über die Pfeile von Raum zu Raum.

360-Grad-Aufnahmen: Nicolas Petit.

Verputz-Workshop mit Architekturstudierenden und Baufachleuten, April 2025.
Verputz-Workshop mit Architekturstudierenden und Baufachleuten, April 2025.

Der Umbau

Damit der Raben wieder baden kann.

Seit dem letzten Umbau 1990 wurden die Räume nicht mehr instand gehalten — Leitungen, Bädertechnik und Oberflächen haben ihre Lebensdauer überschritten. Für einen sicheren, hygienischen Betrieb braucht der Raben neue Becken, eine Lüftung, erneuerte Installationen und einen hindernisfreien Zugang.

Der Umbau bewahrt die historische Bausubstanz und macht die Thermalgeschichte erlebbar: freigelegtes Bruchstein- und Ziegelmauerwerk, Terrazzo- und Tonböden nach historischem Vorbild und Becken aus Naturstein. Ein bebadbares Kulturerbe — sorgfältig für kommende Generationen erhalten.

4,88 Mio CHF
Gesamtkosten des Umbaus (inkl. MwSt.)
2027–29
Bauzeit: 2027 bis 2029
ca. Herbst 2029
Eröffnung des neuen Bad zum Raben
4 + 1
vier neue Becken und das Belle-Époque-Original

Was der Umbau erreicht

Die historischen Thermalwasseranlagen bewahren und zugänglich machen
  • Rückbau der Bädertechnik aus den 1990er-Jahren
  • Freilegung und Sicherung älterer Becken und Wasserkanäle
  • Erstellung von vier Badebecken nach historischem Vorbild
Naturbelassenes Thermalwasser bei einwandfreier Wasserqualität
  • Schweizweit erste biologisch-physikalische Wasseraufbereitung ohne Chemie
  • Becken aus naturbelassenen Materialien
Einen einwandfreien Bade-, Kultur- und Gastrobetrieb ermöglichen
  • Anpassung der Raumaufteilung
  • Ersatz der sanitären und elektrischen Anlagen
  • Einbau der Lüftung und Sanierung der Decken
Barrierefreiheit und Sicherheit gemäss heutigen Vorschriften
  • Rollstuhlgeeigneter Zugang zu WC, Dusche und Umkleide
  • Absenkung der Böden zur Entfernung von Schwellen
  • Angepasste Fluchtwege, normgerechte Becken und Geländer
Nachhaltige Haustechnik
  • Wärmerückgewinnung aus warmer Fortluft
  • Warmwasser für die Duschen aus der Abwärme des Thermalwassers

Geschichte

2000 Jahre Badekultur an einem Ort.

Die Geschichte des Badens in Baden beginnt vor 2000 Jahren mit den römischen Heilthermen. Der Raben wird 1299 erstmals erwähnt — als erstgenanntes Badegasthaus der Stadt. Ein Streifzug durch die Epochen.

Das mittelalterliche Doppelhaus des Bades zum Raben hinter dem öffentlichen Freibad. Autor unbekannt, Zentralbibliothek Zürich.
Das mittelalterliche Doppelhaus des Bades zum Raben hinter dem öffentlichen Freibad. Autor unbekannt, Zentralbibliothek Zürich.
Römerzeit · 1.–4. Jhd.

Aquae Helveticae: grosse Thermalbecken auf dem heutigen Kurplatz, Thermengebäude und ein Quellheiligtum. Der Grundriss des Rabens liegt im Kernperimeter der ausgedehnten römischen Bäderanlage.

Mittelalter · ab 1299

Der Raben (schweizerdeutsch «Rappen») wird 1299 als erstes Badener Badgasthaus erwähnt. 1578 beschreibt Heinrich Pantaleon sechs Becken — das grösste, das «Gewelb», fasst «allerlei Personen, Weib und Mannen bis 30».

Gründerzeit & Belle Époque · 19. Jhd.

Um 1828 wird das mittelalterliche Doppelhaus über dem Badegeschoss als zeitgemässes Hotel neu aufgebaut. In den alten Bädern entstehen bis zu 24 kleine Einzelbäder und ein glasgedeckter Lichthof; 1867 wird der Raben zum «Hotel Schweizerhof».

20. Jahrhundert

Die beiden Weltkriege beenden den internationalen Kurboom. 1990 wird das Bad letztmals umgebaut und mit Therapiebecken ergänzt, um 2012 aber nach über 700 Jahren Badebetrieb definitiv geschlossen.

Wiederbelebung · seit 2017

Der Verein Bagni Popolari bespielt die Räume seit 2018 als Zwischennutzung und Reallabor. 2022 kaufen rund 800 Genossenschafter:innen das Badegeschoss samt Anteil an der Thermalquelle — der Raben badet wieder. Bis zum Beginn des geplanten Umbaus und der Revitalisierung finden verschiedene Materialversuche und Anlageentwicklungen die chemiefreie Wasseraufbereitung statt. Gemeinsam mit Studierenden, Zivis, Expert:innen und der Kantonsarchäologie findet eine umfangreiche Material- und Bauforschung statt.

Der Betrieb

So wird der Raben baden.

Geöffnet an rund 269 Tagen im Jahr, mit einem günstigen Eintritt von etwa 20 Franken. Baden, Bistro, Ausstellungen und Veranstaltungen greifen ineinander — gemeinnützig betrieben vom Verein Bagni Popolari.

~20
Franken Eintritt — für möglichst viele erschwinglich
269
Betriebstage im Jahr. 6 x wöchentlich geöffnet. Sommerpause für die Revision im Juli
~40
Badegäste finden gleichzeitig Platz
~45
kuratierte Kulturveranstaltungen pro Jahr

Die Genossenschaft wächst

Gemeinsam haben wir das Bad zum Raben gekauft — gemeinsam hauchen wir ihm wieder Leben ein.

Mit einem Anteilschein für CHF 1350.– (Nominalwert CHF 1299.–) wirst du Raben-Genossenschafter:in — und damit:

  • Miteigentümer:in des Badegeschosses des erstgenannten Badener Badegasthauses und künftig ältesten öffentlich zugänglichen Thermbalds der Schweiz
  • Besitzer:in eines symbolischen Anteils an der Quellschüttung der Thermalquelle «Grosser Heisser Stein»
  • Vorab informiert über alle künftigen Angebote — mit exklusivem Raben-Badeabzeichen
1’062 Ziel: 1’600 Anteilsscheine
66% erreicht Stand: 1. Juli 2026

Für den Umbau rechnen wir mit total 4,88 Millionen Franken (inkl. MWSt.): rund 3 Millionen über öffentliche Hand, Stiftungen, Sponsoren und Darlehen — den Rest über den Verkauf von Anteilsscheinen sowie über Spenden.

Vielen Dank an alle, die uns bis jetzt unterstützt haben.