Das Bad · Kurplatz 3, Baden
Im erstgenannten Badener Badegasthaus (um 1299) entsteht wieder ein Thermalbad: vier warme Becken mit naturbelassenem Thermalwasser, ein kleines Bistro, eine Bühne und eine Bäder-Mediathek. Ein Ort, an dem 2000 Jahre Badekultur, Gemeinschaft und Kunst zusammenkommen. Nach der Wiedereröffnung wird der Raben das älteste öffentliche Thermalbad der Schweiz sein.
Die Vision
Das Bad zum Raben ruht auf drei Pfeilern, die sich gegenseitig tragen und zusammen einen in der Schweiz einzigartigen Ort ergeben.
Ein einfaches, niederschwelliges Angebot mit Gastronomie und möglichst hindernisfreiem Zugang zu naturbelassenem Thermalwasser — der Raben wird wieder zum lebhaften Ort des gemeinsamen Thermalbadens, der Entspannung und der Zugehörigkeit.
Von der Quelle bis zum Fluss wird das historische Wassersystem erlebbar. Führungen, eine Bäder-Mediathek und eine Ausstellung tragen das Wissen um Badens jahrtausendealte Badekultur in die Öffentlichkeit.
Wechselausstellungen, Konzerte, Lesungen und Performances an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft — im eigenen Ausstellungsraum und im Kulturbad mit Bühne.
Das Wasser
Das Thermalwasser des Rabens stammt aus der Quelle «Grosser Heisser Stein» am Kurplatz — mit rund 47 °C sprudelt es natürlich aus dem Boden. Zum Badegeschoss gehört ein historisches Nutzungsrecht von 35–40 Litern pro Minute sowie ein Reservoir von rund 35 000 Litern.
Als schweizweit erstes Thermalbad wird der Raben nach dem Umbau sein Wasser rein biologisch-physikalisch aufbereiten — ganz ohne chemische Zusätze. Die Abwärme des gebrauchten Thermalwassers erwärmt Duschwasser und Böden, bevor es zurück in die Limmat fliesst.
Becken & Räume
Das Badegeschoss gliedert sich in drei Zonen: Empfang und Bistro im ehemaligen Lichthof, den Badbereich mit Garderoben und Duschen sowie die Badezonen mit den Becken. Rund 40 Badegäste finden Platz — angelehnt an die Tradition der Gesellschaftsbäder der Renaissance.
Grosses Sitzbecken mit Sitzstufen an Stelle des 1578 beschriebenen Gemeinschaftsbades «Gewelb», rund 13 m².
Grosses Sitzbecken mit Sitzstufen im limmatseitigen Trakt, rund 12 m² — mit Bühnenbereich für Veranstaltungen.
Kleines Sitzbecken mit Sitzstufen für zusätzliche Wärme, rund 3 m².
Das 2024 freigelegte Originalbecken aus der Zeit um 1870 — künftig wieder bebadbar, rund 2 m².
Kaltwasserbecken zum Abkühlen zwischen den warmen Bädern.
Ein Blick in die Räume, wie sie sich im Jahr 2018 während der Zwischennutzung präsentierten: Zieh im Bild, um dich umzusehen, und wechsle über die Pfeile von Raum zu Raum.
360-Grad-Aufnahmen: Nicolas Petit.
Der Umbau
Seit dem letzten Umbau 1990 wurden die Räume nicht mehr instand gehalten — Leitungen, Bädertechnik und Oberflächen haben ihre Lebensdauer überschritten. Für einen sicheren, hygienischen Betrieb braucht der Raben neue Becken, eine Lüftung, erneuerte Installationen und einen hindernisfreien Zugang.
Der Umbau bewahrt die historische Bausubstanz und macht die Thermalgeschichte erlebbar: freigelegtes Bruchstein- und Ziegelmauerwerk, Terrazzo- und Tonböden nach historischem Vorbild und Becken aus Naturstein. Ein bebadbares Kulturerbe — sorgfältig für kommende Generationen erhalten.
Geschichte
Die Geschichte des Badens in Baden beginnt vor 2000 Jahren mit den römischen Heilthermen. Der Raben wird 1299 erstmals erwähnt — als erstgenanntes Badegasthaus der Stadt. Ein Streifzug durch die Epochen.
Aquae Helveticae: grosse Thermalbecken auf dem heutigen Kurplatz, Thermengebäude und ein Quellheiligtum. Der Grundriss des Rabens liegt im Kernperimeter der ausgedehnten römischen Bäderanlage.
Der Raben (schweizerdeutsch «Rappen») wird 1299 als erstes Badener Badgasthaus erwähnt. 1578 beschreibt Heinrich Pantaleon sechs Becken — das grösste, das «Gewelb», fasst «allerlei Personen, Weib und Mannen bis 30».
Um 1828 wird das mittelalterliche Doppelhaus über dem Badegeschoss als zeitgemässes Hotel neu aufgebaut. In den alten Bädern entstehen bis zu 24 kleine Einzelbäder und ein glasgedeckter Lichthof; 1867 wird der Raben zum «Hotel Schweizerhof».
Die beiden Weltkriege beenden den internationalen Kurboom. 1990 wird das Bad letztmals umgebaut und mit Therapiebecken ergänzt, um 2012 aber nach über 700 Jahren Badebetrieb definitiv geschlossen.
Der Verein Bagni Popolari bespielt die Räume seit 2018 als Zwischennutzung und Reallabor. 2022 kaufen rund 800 Genossenschafter:innen das Badegeschoss samt Anteil an der Thermalquelle — der Raben badet wieder. Bis zum Beginn des geplanten Umbaus und der Revitalisierung finden verschiedene Materialversuche und Anlageentwicklungen die chemiefreie Wasseraufbereitung statt. Gemeinsam mit Studierenden, Zivis, Expert:innen und der Kantonsarchäologie findet eine umfangreiche Material- und Bauforschung statt.
Der Betrieb
Geöffnet an rund 269 Tagen im Jahr, mit einem günstigen Eintritt von etwa 20 Franken. Baden, Bistro, Ausstellungen und Veranstaltungen greifen ineinander — gemeinnützig betrieben vom Verein Bagni Popolari.
Vier sitztiefe Becken mit naturwarmem Thermalwasser plus Kaltbad — Platz für rund 40 Gäste.
15 Plätze innen, 20 aussen an der Limmatpromenade — einfach, regional, bio. Auch ohne Bad besuchbar. Badende dürfen Getränke auch im Bad geniessen.
Die Dauerausstellung «Von der Quelle bis zum Fluss» und rund 40 Führungen und Vorträge pro Jahr vermitteln die Bäderkultur und das baukulturelle Erbe.
Drei Wechselausstellungen und rund 45 kuratierte Anlässe jährlich — Konzerte, Lesungen, Performances.
Die Genossenschaft wächst
Mit einem Anteilschein für CHF 1350.– (Nominalwert CHF 1299.–) wirst du Raben-Genossenschafter:in — und damit:
Für den Umbau rechnen wir mit total 4,88 Millionen Franken (inkl. MWSt.): rund 3 Millionen über öffentliche Hand, Stiftungen, Sponsoren und Darlehen — den Rest über den Verkauf von Anteilsscheinen sowie über Spenden.
Vielen Dank an alle, die uns bis jetzt unterstützt haben.